Die deutsch-französische Geschichte wird an ihren wichtigsten Plätzen in Sigmaringen erfahrbar

Von Christoph Wartenberg (Schwäbische Zeitung, Dienstag, 5.12.2017, 15)

SIGMARINGEN - Zwischen Sigmaringen und Frankreich gibt es seit der napoleonischen Zeit etliche Verbindungslinien. Diese Gemeinsamkeiten möchte Professor Clemens Klünemann vom Institut für Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit einem touristischen Projekt verdeutlichen, indem in und um Sigmaringen Erinnerungsorte markiert und für Besucher erfahrbar gemacht werden. Gedacht ist an ein Informationssystem, das sich auf QR-Codes stützt.

Sigmaringen ist heute eine Kreisstadt mit sechs Stadtteilen und insgesamt 18000 Einwohnern im Bundesland Baden-Württemberg. Sie liegt am südlichen Rand der Schwäbischen Alb und der oberen Donau.

Vor allem eine wenig beachtete Episode in der deutsch-französischen Geschichte am Ende des Zweiten Weltkriegs macht sie zu einem ungewöhnlichen Erinnerungsort. Sigmaringen ist somit ein Mikrokosmos wichtiger Ereignisse in der Geschichte Deutschlands und Frankreichs:

Dokumente/Documents 4/2016, 83-86.

Sigmaringen

Un projet universitaire mené actuellement par des étudiants de l’Institut du management culturel de la haute école de Ludwigsburg vise à faire comprendre aux visiteurs du château de Sigmaringen le rôle de cet épisode de l’hiver 1944/1945 dans le contexte des complexes relations franco-allemandes. Réd.

Sigmaringen von September 1944 bis April 1945

Clemens Klünemann* (* Dr. Clemens Klünemann ist Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg und Honorarprofessor am Institut für Kulturmanagement der Hochschule Ludwigsburg.)

Von September 1944 bis April 1945 wehte die französische Trikolore über dem Schloß von Sigmaringen und suggerierte eine legale Exil-Regierung. Als Pétain Sigmaringen am 22. April 1945 verließ, wurde die Fahne eingeholt, um keine 24 Stunden später wieder gehisst zu werden – diesmal von der kämpfenden Truppe General Lattre de Tassignys.